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Unter dem Motto "Kindernothilfe vor Ort" veranstaltet die Kindernothilfe anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens, fünfzig Veranstaltungen
in ganz Deutschland.
Zum Auftakt am 1.4.2009 fanden sich über sechzig Paten der Kindernothilfe aus der Region zu einem Patentreffen im Gemeindesaal der
Freien evangelischen Gemeinde Karlsruhe ein.
Überall in der Welt stehen hinter der Kindernothilfe engagierte Menschen, die dazu beitragen, dass sich die Kindernothilfe zu dem
Erfolgsmodell entwickeln konnte, das wir heute kennen.
So begannen wir eine kleine Reise in die Welt in Karlsruhe und berichteten über die Aktivitäten und Ziele des Freundeskreises.
Mit der Patenschaft für unser philippinisches Patenkind, unseren Projekten in Malawi und Bolivien sowie unsere regelmäßigen
Aktionen zum Thema Kinderrechte stellten wir ein kleines Abbild des Spektrums der Kindernothilfe vor. Darüber hinaus
konnten wir berichten, dass die Kindernothilfe in den letzten Jahren merklich bekannter geworden ist was sich auch in unserer
Arbeit niederschlägt. Zu unseren regelmäßigen Veranstaltungen mit Infoständen konnten wir in den letzten Jahren immer öfter
Spenden von Vereinen und Unternehmen entgegennehmen.
Die nächste Station unserer Reise führte ins Herz der Kindernothilfe nach Duisburg. Susanne O'Byrne, Leiterin des Regionaldienstes
zeigte den neuen Film der Kindernothilfe und berichtete über die Strukturen sowie die Zielsetzung der Kindernothilfe. Mit ihren
Partnerorganisationen vor Ort verfolgt sie das Ziel, dass die Unterstützung nachhaltige Wirkung zeigt und die Projekte mittelfristig
auf eigenen Füßen stehen können.
Die Reise führte uns anschließend mit Thomas Rajkumar, Direktor des nordindischen Kindernothilfe-Partners Holistic Child Development
India (HCDI) und Guido Falkenberg, Indien-Referent der Kindernothilfe, nach Indien.
Indien ist für uns in den letzten Jahren als aufstrebende Industrienation ins Bewusstsein gerückt. Daneben haben sich aber die Ursachen
für Armut und Ausbeutung kaum verändert. Guido Falkenberg erläuterte, dass man ohne Wissen der kulturellen Gegebenheiten in
Indien die Problematik kaum verstehen kann.
Obwohl schon vor Jahrzehnten das Kastensystem juristisch abgeschafft wurde, ist es weiterhin tief in der Kultur verankert. Thomas Rajkumar
berichtete von den "Children at high risk", den Kindern mit besonderem Risiko in Armut und Ausbeutung zu geraten.
Diese Kinder wurden überwiegend in die Kaste der unberührbaren geboren. Selbst die Qualitätssiegel wie Rugmark, das bei Teppichen garntieren will,
dass sie ohne den Einsatz von Kinderarbeit produziert wurden, können dies trotz Kontrollen nicht verhindern, so Herr Rajkumar.
Hierfür lägen ihm Beweise vor.
Im Rahmen der Tempelprostitution haben die Angehörigen der höheren Klassen das Recht sich den Mädchen der Kaste der Unberührbaren
sexuell zu bedienen. Auch Kinderhochzeiten und Menschenhandel stellen weiterhin Verstöße gegen die Kinderrechte dar.
Ein Projekt zur Verhinderung von Menschenhandel und Kinderprostitution, das der HCDI zusammen mit den "Good Sheperd Sisters" gestartet hat, will an den
Ursachen ansetzen. Prävention, Aufklärung und Rehabilitation stehen im Mittelpunkt des in Karnataka, einer Quelle des Menschenhandels,
angesiedelten Projekts. Darüber hinaus gehört auch die Rettung und Rehabilitation der Opfer aus den Fängen der Peiniger in Bhiwandi,
einem Zielgebiet des Menschenhandels, zu den Aufgaben des Projekts. Hier sollen vor allem die Kinder der Prostituierten davor geschützt
werden, ebenfalls in die Prostitution abzurutschen.
Herr Rajkumar betonte, dass das Projekt sehr sensibel angegangen werden muss, da es sich gegen Strukturen und Interessen der
mächtigen Kasten richtet. Die Zeit wird zeigen, in welchem Maße die Mächtigen zurückschlagen werden. Sicher ist, so Herr Falkenberg,
dass das Aufbrechen der Strukturen nicht von heute auf morgen geschehen kann. Es wird eher eine Aufgabe von Generationen sein.
Den Abschluss des interessanten, aufschlussreichen Abends bildete eine Fragerunde, bei der noch viele Fragen zur Projektarbeit
sowie zur Rolle der Frauen in Indien, zur Kindernothilfe und der Kindernothilfe Stiftung behandelt werden konnten.
Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei der Freien evangelischen Gemeinde Karlsruhe für die freundliche Aufnahme in
ihrem Gemeindesaal bedanken. Nicht zuletzt Michael Kauffmann hat mit der perfekten Einrichtung und Bedienung der Technik zum
Gelingen des Abends beigetragen.
Zum Download:
Projekt zur Verhinderung von Menschenhandel und Kinderprostitution
Fotos des Abends
Praesentation des Freundeskreises Kindernothilfe Karlsruhe
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