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Wann ich das erste Mal von der Möglichkeit, eine Patenschaft für ein
Kind in der dritten Welt zu übernehmen erfuhr,
weiß ich eigentlich gar nicht mehr. Irgendwann war die Idee da. Vor ein paar Jahren war es
dann so weit. Ich hatte meinen ersten halbwegs ordentlich bezahlten Job und just zu diesem
Zeitpunkt lief auch gerade einer der seltenen Fernsehspots der Kindernothilfe. Natürlich
habe ich mir zunächst einmal noch Informationen eingeholt, wie seriös dieser
Verein, von dem ich bislang noch nichts gehört hatte eigentlich ist, und wie seine
Arbeitsweise ist. Das ich letztendlich hier hängen geblieben bin hat vielleicht drei
Gründe. Zum einen ist die Kindernothilfe unter dem Dach der Diakonie beheimatet
(so wie die große Schwester 'Brot für die Welt'), zum anderen fand ich es
überzeugend, wenn sich eine Organisation einer Kontrollinstanz, wie dem Spendensiegel
des DZI stellt. Am wichtigsten war aber wohl, das die Kindernothilfe die Projekte nicht
selbst betreibt, sondern mit Organisationen vor Ort zusammenarbeitet, da ich eine
Projektbetreuung von hier aus zum einen sehr teuer ist und zum anderen meiner Ansicht
nach häufig an den Bedürfnissen in den jeweiligen Ländern vorbei geht.
Also entschloss ich mich einen Vorschlag anzufordern. Nach wenigen Tagen erhielt
ich die Unterlagen. Zugegeben vom Äußeren her hatte das Material etwas
sympathisch laienhaftes. Keine Hochglanzprospekte, schwache Kopien aber viel Information.
Neben dem Personalbogen, mit kurzer Beschreibung der Lebensumstände lagen dem Material
eine Beschreibung des Projektes, sowie ein Bericht über die wirtschaftlichen und
politischen Zustände in Uganda bei. Dazu Satzung und ein Auszug aus dem
Rechenschaftsbericht der Kindernothilfe. Wie sicher jeder, der jemals eine Patenschaft
übernommen hat, bestätigen wird, kann man fast nicht mehr ablehnen, wenn einem
die großen Kinderaugen ansehen. So bin ich nun seit Mai '98 stolzer Pate von Ronald,
nunmehr 11 Jahre alt und ein ganz normales Kind, das sich anscheinend nicht so gern
Fotografieren lässt (er guckt immer etwas grimmig) und keine große Leuchte
in der Schule ist. Seine Briefe schreibt er selbst, was vor allem im ersten Brief das
lesen recht schwierig machte, bis ich die einzelnen Wörter von einander getrennt
hatte. Aber mittlerweile ist das schon ein bisschen besser geworden. Ich erhalte
ein- bis zweimal im Jahr einen Brief mit Foto, einen Bericht über Uganda und das
Projekt, sowie einen kurzen Bericht des Fieldofficers über Ronald.
Wenig später bin ich in den Freundeskreis der Kindernothilfe in Karlsruhe
gestolpert, was weitere Einblicke in die Organisation der Kindernothilfe öffnete.
Wir unterstützen mittlerweile Projekte in Bolivien und Malawi, so wie ein Patenkind
auf den Philippinen. Die Tätigkeit macht einen riesen Spaß und die Erfolge
geben einem immer wieder Motivation, auf diesem Wege weiter zu gehen. Seit letztem Jahr
bin ich nun Mitglied im Trägerverein und habe auch schon für einen Posten im
Verwaltungsrat beworben. Wenn es auch noch nicht mit Erfolg gekrönt wurde, werde ich
es dennoch im nächsten Jahr wieder versuchen. Denn je mehr ich mich in dieser
Organisation engagiere, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass es sich lohnt.
Im Endeffekt ist es nicht nur für den guten Zweck, nein es ist auch eine echte
Bereicherung in meinem Leben.
Matthias Koch
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