Plakat Aktion Rote Hand Infostandstand

'Aktion Rote Hand' - gegen den Mißbrauch von Kindern als Soldaten

Weltkarte, Länder in denen Kinder als Soldaten eingesetzt werden. Klicken Sie auf die Karte um sie als herunterzuladen Tausende Kinder kämpfen weltweit in Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Es sind Mädchen wie Jungen in Lateinamerika, Afrika und Asien, aber auch in Europa. Die meisten Kindersoldaten gibt es jedoch in Afrika. Nach UN-Schätzungen sind hier über 100.000 betroffen. Z.B. rechnet man in Burma mit 77.000 und in Kolumbien mit 14.000 Kindersoldaten.

Die Rote Hand ist das Protestsymbol gegen den Einsatz von Kindern in Kriegen. Sie wurde von der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers eingeführt, einem Bündnis von sieben internationalen Organisationen, darunter terre des hommes und die Kindernothilfe.

Seit 12. Februar 2002 ist gemäß einem Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention der Missbrauch von Kindern als Soldaten verboten. Leider hat sich die Zahl der Kindersoldaten seither kaum verändert. Immer noch werden etwa 250.000 Kinder in den Kriegen der Erwachsenen ausgenutzt.

Kinder und Jugendliche haben die Aktion Rote Hand gestartet und rufen jung und alt auf mitzumachen: Schreiben Sie Ihre Botschaft an die UN-Politiker mit Ihrem Namen und Ihrer Stadt auf ein Blatt Papier. Als Ausdruck Ihres Protestes setzen Sie Ihren Handabdruck mit roter Fingerfarbe darauf!

Gemeinsames Ziel der weltweiten Aktion: Die Verantwortlichen in New York sollen von den vielen roten Händen und Forderungen beeindruckt werden und handeln!

Warum werden Kinder zu Soldaten?

Viele Kinder werden zwangsrekrutiert, andere melden sich scheinbar freiwillig.

Zwangsrekrutierung bedeutet, sie werden z.B. auf dem Schulweg entführt und in Lagern der Soldaten gezwungen, den Umgang mit der Waffe zu erlernen und verschiedenste Aufgabe innerhalb der Truppe zu erledigen.

Häufig haben die Kinder auch keine andere Alternative, als sich den Soldaten anzuschließen, da Familienangehörige vertrieben oder ermordet wurden. Andere haben nur die Wahl zwischen Hunger und Kriegsdienst. Letztlich handeln sie alle, um einen Ausweg aus einer Zwangslage zu finden.

Opfer und Täter zugleich

Um Kinder zum Töten zu bewegen bedarf es keiner aufwendigen Ausbildung. Mit gezieltem Einsatz von Gewalt und restriktiven Mitteln wie Vorenthalten von Nahrungsmitteln und Schlafentzug lassen sie sich recht rasch gefügig machen. Die Unterversorgung treibt die Kinder dazu sich an Plünderung, Mord und Folter zu beteiligen.

Sie zeigen sich im Kampf besonders riesikofreudig, haben mehr Stehvermögen, verstehen es besser, im Busch zu überleben und folgen widerspruchslos den Befehlen.

Um dieses Verhalten noch zu fördern, werden sie häufig unter Drogen gesetzt oder mit Alkohol betäubt.

Man kann die Kinder also nicht für die grausamen Taten verantwortlich machen, da sie zu jung und nicht in der Lage sind, die Situation zu überschauen und zu begreifen. Auch wird Ihnen bei Widerstand der eigene Tod angedroht.

Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr: Mein Leben als Kindersoldatin

China Keitetsi ist noch ein Kind, als sie von Soldaten der "National Resistance Army" in der Nähe ihres Heimatdorfes in Uganda aufgegriffen und in ein Rekrutierungslager gebracht wird. Und sie bekommt ein Gewehr. Als die Neunjährige an ihrem ersten Kampfeinsatz teilnimmt, wird sie völlig unvorbereitet mit der grausamen Realität des Krieges konfrontiert. Aber sie lernt schnell: Um zu überleben, muss sie ihre Gefühle ausblenden. Immer tiefer gerät das Mädchen in eine Spirale der Gewalt, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Erst mit neunzehn Jahren kann China endlich fliehen. Doch die Flucht bedeutet nicht die ersehnte Freiheit, sondern wird für die junge Frau zu einem langen Kampf ums Überleben. Sie durchquert fünf afrikanische Länder, bis sie den Kontinent verlassen und in Dänemark eine neue Heimat findet.

China Keitetsi ist kein Einzelfall: Mindestens 300 000 Kinder auf der ganzen Welt sind aktiv an Kampfhandlungen beteiligt. Erstmals berichtet hier eine Betroffene von ihrem Leben als Kindersoldatin. Mit ihrem Mut, das Schweigen zu brechen, macht sich China Keitetsi zur Anwältin aller auf diese Weise traumatisierten und entrechteten Kinder.

'Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr' ist 2003 im Ullstein-Verlag erschinen und im Buchhandel erhältlich.


Weitere Informationen und Berichte zu diesem Thema:

  • Die Karte über die Verbreitung von Kindersoldaten zum Herunterladen als pdf-Dokument
  • Hand in Hand mit terre des hommes beim Markt der Möglichkeiten in Durlach
  • Internet Präsenz der deutschen Initiative Aktion Rote Hand


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