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Kindersoldaten – Täter und Opfer zugleich(Matthias Koch, Freundeskreis Kindernothilfe Karlsruhe, April 2002) |
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Interview mit einem Kindersoldaten:
In einer Sonderausgabe der Zeitschrift ‘Der Überblick‘ von ‘98 die von der Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst herausgegeben wurde, kann man sehr detaillierte Informationen zum Thema Kindersoldaten finden. Ich möchte an dieser Stelle ein paar Grundinformationen liefern, um einen Überblick über dieses beklemmende Thema zu verschaffen. Einige neuere Informationen und Zahlen, sowie eine Übersichtskarte finden Sie im Artikel über die "Aktion rote Hand" gegen den Mißbrauch von Kindern als Soldaten.
Wo gibt es Kindersoldaten ? Die Liste der Länder in denen Kinder und Jugendliche als Soldaten bei Kampfhandlungen eingesetzt werden ist lang. Die folgende Liste hat keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und soll auch keine Wertung enthalten, in welchem Umfang der Einsatz erfolgt.
Warum werden Kinder zu Soldaten ? "Kinder haben mehr Stehvermögen, sie verstehen es besser, im Busch zu überleben, sie beklagen sich nicht und folgen den Befehlen." Nicht in jedem Fall werden Kinder mit Gewalt in die Armeen und Widerstands-gruppen gepreßt. In einigen Konflikten werden die Kinder schon von klein auf mit Gewalt konfrontiert. Sie wachsen mit Steinen in der Hand auf, werden zu Haß auf den Gegner erzogen und werden fast zwangsläufig irgendwann eine Waffe in die Hand bekommen. Was wird getan ? Am 25.05.2000 haben die Vereinten Nationen ein Zusatzprotokoll der vereinten Nationen zur Kinderrechtskonvention verabschiedet, das die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verbietet. Es wurde bereits von mehr als 75 Staaten ratifiziert.
Reintegration – aber wie ? "Mary war 11 Jahre alt, als sie zusammen mit ihrem kleinen Bruder entführt wurde. Als dieser auf der Flucht vor dem Militär zu laut weinte, mußte Mary ihren Bruder mit einem großen Stein umbringen, sonst wäre sie selbst getötet worden. Jetzt ist sie befreit worden. Aber sie traut sich nicht nach Hause zurück, denn jeder hat dort vom Tod des Bruders erfahren." In diesem Zitat werden die Probleme deutlich, mit denen eine Reintegrations-maßnahme zu tun hat. Die Kinder sind durch ihre Taten traumatisiert und ‘stigmatisiert‘. Daher müssen die Betreuer auf mehren Ebenen parallel vorgehen. Zunächst müssen die Kinder ihre Erlebnisse aufarbeiten, lernen damit umzugehen. Gleichzeitig muß im Familiären und Gesellschaftlichen Umfeld der Boden bereitet werden, der eine Wiedereingliederung möglich macht. In Rehabilitationszentren werden die Kinder im Optimalfall aufgenommen und psychologisch betreut, während versucht wird Angehörige ausfindig zu machen und zu sondieren, wie eine Rückkehr möglich sein könnte. Doch in den meisten Staaten gibt es keinen Konzepte. Die Kinder, die noch vor kurzer Zeit für militärische Erfolge herhalten mußten, sind heute vergessen. In praktisch allen lateinamerikanischen Konflikten kamen und kommen Kindersoldaten zum Einsatz. Lediglich in Kolumbien gibt es von Staatlicher Seite erste Ansätze das Problem anzugehen, wobei einige mehr als zweifelhaft sind. So werden "minderjährige ehemalige Guerilleros in geschlossenen Anstalten gesperrt und mit Psychopharmaka ruhig gestellt." Es ist ein langer steiniger Weg. Das Mißtrauen der Dorfbewohner und der eigenen Familien führt zum Teil zu offener Ablehnung. Am verständlichsten wird es vielleicht wieder mit einem Zitat aus Sierra Leone:
Zum Abschluß Man könnte noch seitenweise weiterschreiben, aber das würde jetzt zu weit führen. Jedem der mehr über das Thema Kindersoldaten erfahren möchte, dem kann ich nur wärmstens das häufig zitierte Sonderheft "der Überblick" ans Herz legen. Es ist über die Internetseite http://www.der-ueberblick.de zu beziehen. Wer sich intensiv für Entwicklungspolitik interessiert, dem sei auch das Abonnement emfohlen. Die aktuelle Ausgabe hat als Hauptthema Sklaverei. Darüber werde ich vielleicht bei nächster Gelegenheit ausführlich informieren. Auch die Ausstellung "Kinder haben Rechte" der Kindernothilfe möchte ich an dieser Stelle empfehlen. Auf 28 Tafeln werden Artikel der Kinderrechtskonvention dargestellt und erklärt. Die Ausstellung aber auch Teile daraus, kann man bei der Kindernothilfe in Duisburg ordern. Wo man sie noch sehen kann, entnehmen Sie bitte der Terminübersicht auf der Seite www.kindernothilfe.de
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